06/2007
Expertenmeinung zum KnochenaufbauBei manchen Patienten ist der Kieferknochen nach der Zahnentfernung extrem geschrumpft. In solchen Fällen muss der Knochen während der Implantation aufgebaut werden. Darüber sprach Implantologie Plus mit einem Experten der Haranni Clinic Herne.
Implantologie Plus:
Mit welchen Materialien wird Kieferknochen wieder aufgebaut?
Experte der Haranni:
Wir können den Kiefer entweder mit eigener Knochensubstanz oder Knochenersatzmaterialien aufbauen. Die Letzteren werden aus Korallen oder Algen gewonnen oder synthetisch hergestellt.
Implantolologie Plus:
In welchen Fällen verwendet man körpereigenen Knochen?
Experte der Haranni Clinic:
In der Regel verwenden wir nur körpereigenen Knochen, der mit synthetischen Materialien angereichert wird. Als Faustregel gilt: Je mehr Knochensubstanz fehlt, desto größer ist der Bedarf an körpereigenem Knochen. In den meisten Fällen genügt es jedoch, wenn körpereigene Knochensubstanz mit einem Ersatzmaterial gemischt wird, um den Kiefer aufzubauen.
Implantologie Plus:
An welcher Stelle gewinnt man ihn?
Experte der Haranni Clinic:
Sog. "Bohrmehl" fällt natürlicherweise bei der Vorbereitung des Implantatbetts an. Kleine Späne entnehmen wir aus dem benachbarten Kieferkamm, Knochenstücke von max. 2 cm aus den hinteren Abschnitten der Kiefer oder dem Kinnbereich.
Implantologie Plus:
Eignet sich jeder Kiefer für einen Knochenaufbau?
Experte der Haranni Clinic:
Grundsätzlich, ja. Das Ausmaß des Knochenmangels und der individuelle Zustand von Zahnfleisch und Schleimhaut bestimmen allerdings den chirurgischen Aufwand, der für den Aufbau erforderlich ist.
Implantologie Plus:
Wie lange dauert die Behandlung?
Implantologie Plus:
Wenn der Knochen bei der Implantation der künstlichen Zahnwurzel - quasi in einem Eingriff - aufgebaut werden kann, ist die Behandlungsdauer natürlich deutlich kürzer als wenn der Knochen erst aufgebaut werden muss und danach die Implantation erfolgt.
Implantologie Plus:
Wie sind die Erfolgsaussichten?
Experte der Haranni Clinic:
Die Erfolgsaussichten sind bei einer komplikationslosen Einheilung der Knochensubstanz sehr gut. Bei sehr großen Knochenschäden und einem extremen Knochenschwund ist jedoch vor allem im Oberkiefer das Risiko erhöht, das einzelne Implantate verloren gehen.
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