02/2010
Mediziner lassen Kieferknochen nachwachsenKeine Angst mehr vor Knochenentnahmen
aus dem Becken; Kieferknochen wachsen lassen ohne Knochen ist heute möglich.
Das Einsetzen eines Zahnimplantates setzt voraus, dass genügend Kieferknochen
vorhanden ist, nur dann lässt sich das Implantat fest verankern.
Notwendigen Knochen nachwachsen zu lassen ist heute in fast allen Fällen
ohne Entnahme von Knochen aus anderen Körperregionen, wie zum
Beispiel dem Beckenknochen möglich.
Wenn Zähne verloren gehen
kommt es zum Abbau des Kieferknochens. Ursache dafür ist der fehlende
Kaudruck: Krafteinwirkung ist die Voraussetzung dafür, dass der
Stoffwechsel und damit auch der Kieferknochen erhalten bleiben. Implantate
lassen sich nur einsetzen, wenn ausreichend Kieferknochen vorhanden
ist. "Bei Menschen, die seit Jahren mit Zahnlücken leben,
bei älteren Patienten, aber auch bei Prothesenträgern ist
der Kieferknochenabbau jedoch häufig weit fortgeschritten",
erklärt Dr. Kay Pehrsson, Fachzahnarzt für Oralchirurgie
der ZahnMedizin an der Haranni Clinic in Herne und zertifizierter Spezialist
für Implantologie. "Bei diesen Patienten muss der Knochen
häufig erst wieder aufgebaut werden." Als Standardmethode
gilt hierbei seit Jahren die Knochentransplantation. Dabei wird aus
der Mundhöhle oder aus dem Beckenkamm des Patienten Knochengewebe
entnommen und in Kieferknochen eingesetzt.
Gesteuerte Knochenregeneration
(GBR) nutzt die Heilungsmöglichkeiten des eigenen Knochens
Ganz
anders arbeitet diese Technik: Hier muss kein Knochen mehr entnommen
werden, um an anderer Stelle Ersatz zu schaffen. Durch die Kombination
von künstlichen Knochen und körpereigenen Blutbestandteilen
(Thrombozytenkonzentrat) ist es möglich vor einer Implantation
oder in vielen Fällen auch zusammen mit dem Einbringen von Implantaten
den notwendigen Knochen nachwachsen zulassen. Dazu wird das fehlende
Knochenvolumen in einem kleinen Eingriff so modelliert wie es gebraucht
wird und in der nachfolgenden Heilzeit bildet der Körper nach
diesem Modell wieder eigenen Knochen. Dadurch sind keine weiteren Wunden an anderen Stellen notwendig
Knochenregeneration bietet viele Vorteile
„Die
regenerative Technik hat zahlreiche Vorteile von denen insbesondere
Patienten profitieren, die älter sind und an Allgemeinerkrankungen
leiden“, erklärt Pehrsson. „Der Eingriff ist in der
Regel klein und damit wenig belastend für den Organismus“ Gewebeunverträglichkeiten
sind ausgeschlossen, weil neben künstlichem Knochenmaterial nur
körpereigene Materialien verwendet werden.
Zurück zur Übersicht